NYRIM® - schlagzäh bis zu tiefsten Temperaturen

NYRIM® ist ein thermoplastischer Kunststoff mit extrem hoher Formbeständigkeit über einem Temperaturbereich von -40 bis 140 °C. Gleichzeitig besitzt das Material eine exzellente Schlagzähigkeit und sehr hohe Abriebfestigkeit. – Diese und weitere positive Eigenschaften wie hohe Chemikalienbeständigkeit resultieren aus dem chemischen Aufbau:

  • NYRIM® ist ein elastomermodifiziertes AP-NYLON®, ein PA6-Block-Copolymer.
     

Die Eigenschaften dieses Copolymers lassen sich – je nach Einsatz des Werkstoffs – durch Variation des Elastomeranteils gezielt einstellen. Gewöhnlich variiert der Anteil an Elastomerkomponente zwischen 10 (NYRIM® 1000) und 40 Gew.-% (NYRIM® 4000). Hergestellt werden Produkte aus NYRIM® – sowohl Halbzeuge als auch komplexe Formteile – mittels Reaction Injection Molding (RIM), im Rotationsgieß- oder auch im Vakuuminfusionsverfahren.
 

Vergleich der Materialdaten (trocken) von NYRIM® und Guss-Polyamid
Parameter Guss-PA NYRIM®
1000 2000 4000
E-Modul (Zugversuch) [MPa] 3500 2500 1700 300
Zugfestigkeit [MPa] 80 58 47 26
Bruchdehnung [%] 6 40 270 420
Schlagzähigkeit (Izod) bei 23 °C [kJ/m²] 4 10 30 ohne Bruch
Schlagzähigkeit (Izod) bei -40 °C [kJ/m²] 2 7 9 ohne Bruch
Härte (Shore D) [–] 85 79 74 59

 
Im RIM-Verfahren lassen sich hoch- und niedrigviskose Flüssigkeiten zusammen verarbeiten. Nach dem intensiven Mischen der Komponenten (mit einem dynamischen Mischkopf) wird die Werkzeugkavität gefüllt, wofür nur ein geringer Druck erforderlich ist. – NYRIM® Teile lassen sich wirtschaftlich und mit großer Designvielfalt herstellen:

  • geeignet für großvolumige/großflächige Fertigteile (Gewichte von 200 g bis 6 t),
  • große Wanddickenunterschiede (> 3:1) sind problemlos realisierbar,
  • auch kleine und mittlere Serien (von 100 bis 40.000 Teile) sind wirtschaftlich,
  • geringer Fülldruck ergibt niedrige Werkzeugkosten (Aluminium-Werkzeuge),
  • Zusatz von Verstärkungsmaterialien und/oder Füll­stoffen ist möglich,
  • Einlegeteile oder Glasmatten können integriert (einpolymerisiert) werden,
  • Hohlkörper sind durch spezielle Hohlkerntechniken (lost core) realisierbar,
  • Mehrfachwerkzeuge mit unterschiedlichen Formteilgeometrien sind nutzbar.